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Goldige Versprechen

10.06.2010

Die Ära des Papiergelds ist vorbei - prophezeien jedenfalls windige Goldhändler, die mit Strukturvertrieb und Internetshops auf Kundenfang gehen

UTE • GÖGGELMANN
Das Werbefilmchen auf Goldeuropa.de ist unterlegt mit schaurig-pompösen Orchesterklängen, man sieht die Zentrale der Hypo Real Estate, dann kommen brennende Dollar-Noten ins Bild, schließlich das Filmplakat von „Der Untergang" - ohne Hitler, dafür mit Steinbrück, Merkel, Ackermann. Und für alle, die 'die Botschaft noch immer nicht verstanden haben, poppen jetzt in fetten Lettern gespenstische Stichwörter auf: „Bankenkrise ... Dollar-Crash. ... Zerfall der Euro Währungs Union ..." Nun endlich folgt die Conclusio: „Die Zeit der weltweit ungedeckten Papierwährungen läuft ab" - doch gottlob naht Rettung: Gold.
Man könnte den Clip und die Website (Betreiber ist eine in Bratislava ansässige Firma namens Get Rich Team) als den üblichen unseriösen Klamauk im Internet abtun - würde es sich bei den neuen Goldaposteln um Einzelfälle handeln. Doch das Phänomen greift um sich. Anbieter von sogenannten Goldsparplänen oder Minigoldbarren überschwemmen mit ihren Internetshops und Verkaufsseminaren das Land. Offenbar treffen sie in Zeiten schwächelnder Währungen und drohender, Inflation auf entsprechende Nachfrage.
Ihr Geld verdienen die Initiatoren der neuartigen Goldprojekte in vielen Fällen mit einem Strukturvertrieb, der sich als eine Art Pyramide darstellen lässt. Wer an der Spitze steht, hat die größten Verdienstchancen. Damit das so bleibt, muss die Basis an Goldverkäufern immer breiter werden. Wer neue Goldspärer anschleppt, erhält dafür eine Abschlussprovision, und wer neue Vertriebsleute akquiriert, bekommt eine hübsche Einmalzahlung. Diese wiederum muss ein neuer Goldverkäufer = freier Berater genannt - berappen, wenn er in den Strukturvertrieb einsteigt. Kosten von 1000 € für Seminare und Verkaufstipps sind durchaus üblich.
Potenzielle Käufer werden damit gelockt, dass sie schon mit 50 € monatlich im Spiel sind. Dafür gibt es dann ein Goldplättchen, das ein Gramm schwer ist - im normalen Goldhandel sind Barren ab einem Gewicht von 100 Gramm oder Münzen wie der Krügerrand mit 31,1 Gramm üblich. Auf Wunsch wird das Ein-Gramm-Plättchen übrigens inklusive Echtheitszertifikat nach Haus geliefert. Wem das eigene Heim zu unsicher ist - kein Problem. So offeriert ein Händler allen Ernstes eine Lagerung im Gotthardniassiv.
Die Strukturvertriebe versprechen, dass sie durch Einkaufsgemeinschaften, den Kauf „großer Goldbarren" öder den Betrieb eigener Minen bessere Preise heraushandeln als die etablierte Konkurrenz. Die in Mannheim beheimatete Gold-Projekt AG wirbt mit einem Vorzug. Bei ihr handelt es sich nämlich um eine „Firma von Visionären mit zusammen über 500 Jahren Erfahrung in dem Markt".

Quelle: Financial Times 29.03 .2010

ETHNARENT lehnt auch den Vertrieb von Gold über seriöse Vertriebsquellen ab, da die Gewinnung von Gold in aller Regel mit hohen ökologischen Belastungen und sozialen Missständen verbunden ist. Wir empfehlen stattdessen Anlagen in Edelholz, wie sie z.B. LIGNUM nobilis>>> anbieten.

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